Therapie mit VocaSTIM®

Elektrotherapie

VocaSTIM® Behandlung

In unserer logopädischen Praxis in Kleve steht nun auch die Therapie mit dem VocaSTIM®-Gerät zur Verfügung. Diese Behandlung kann die klassische Logopädie sinnvoll ergänzen, wenn Stimme, Schlucken oder Sprechen beeinträchtigt sind. In Verbindung mit aktiven Übungen entfaltet VocaSTIM® seine Wirkung am besten.

VocaSTIM® erklärt

Was ist VocaSTIM®?

VocaSTIM® ist ein modernes Therapiekonzept zur Elektrostimulation von Muskeln und Nerven im Hals- und Gesichtsbereich. Das Gerät arbeitet mit sanften elektrischen Reizen, die gezielt die für Stimme, Schlucken und Mimik zuständigen Strukturen ansprechen. VocaSTIM® ersetzt die logopädische Therapie nicht, sondern wird als ergänzender Baustein in unser individuelles Behandlungskonzept eingebaut.

Wie funktioniert die Therapie?

Die Therapie mit VocaSTIM® beginnt mit einer sorgfältigen Anamnese und einer fachlichen Einschätzung, ob die Methode für Ihren Fall geeignet ist. Anschließend werden Elektroden an die Haut appliziert, sodass die betroffenen Muskeln und Nerven sanft stimuliert werden. Während der Stimulation führen wir gemeinsam mit Ihnen stimm- oder artikulationsorientierte Übungen durch, um die neuromuskulären Bahnen zu unterstützen und die Regeneration zu fördern.

Einsatzgebiete von VocaSTIM®

Besonders hilfreich erweist sich VocaSTIM® bei Stimmlippenparesen, Schluckstörungen und Fazialisparese, aber auch bei neurologisch bedingten Funktionsstörungen im Kopf- und Halsbereich. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Kombination aus elektrischer Stimulation und klassischer Logopädie positive Effekte haben kann, insbesondere bei Dysphagie und Stimmlippenlähmungen.

Unser Vorgehen in der Praxis

In unserer Praxis wird VocaSTIM® immer behutsam und individuell dosiert eingesetzt. Vor Beginn prüfen wir sorgfältig, ob die Methode für Sie passend ist. Die Behandlung erfolgt schmerzfrei und wird in das gesamte logopädische Therapiekonzept eingebettet – von der ersten Diagnose bis zur Verlaufskontrolle. So können wir die Therapie an Ihre persönlichen Bedürfnisse und Ihr Befinden anpassen.

Nächste Schritte

Wenn Sie wissen möchten, ob VocaSTIM® eine sinnvolle Ergänzung für Ihre Therapie sein kann, sprechen Sie uns einfach an. Gemeinsam entscheiden wir, ob ein Probetermin sinnvoll ist – und schauen, wie VocaSTIM® Sie auf Ihrem Weg zu klarerem Sprechen, sichererem Schlucken und stabilerer Stimme unterstützen kann.

Häufig gestellte Fragen

VocaSTIM® verstehen: Antworten auf Ihre wichtigsten Fragen

VocaSTIM® ist ein spezialisiertes Therapieverfahren in der Logopädie, das auf der Neuromuskulären Elektrischen Stimulation (NEMS) basiert. Es wurde speziell für die Diagnose und Behandlung von Lähmungserscheinungen (Paresen) im Kehlkopfbereich sowie bei Schluckstörungen entwickelt.

Das System kombiniert Stromimpulse mit gezielten Übungsprogrammen. Dabei werden Elektroden meist im Halsbereich platziert, um die betroffene Muskulatur durch Stromreize zu aktivieren. Der entscheidende Vorteil: Der Patient führt während der Stromabgabe aktive Phonations- oder Schluckübungen aus. Dies fördert die Reinnervation (Wiederbelebung der Nervenleitung) und verhindert den Abbau der Muskulatur (Atrophie).

Häufige Einsatzgebiete sind:

  • Rekurrensparese: Stimmbandlähmungen (z. B. nach Schilddrüsenoperationen).

  • Dysphagie: Schluckstörungen (z. B. nach einem Schlaganfall).

  • Dysarthrie: Sprechstörungen motorischen Ursprungs.

Obwohl VocaSTIM® ein sicheres und klinisch bewährtes Verfahren ist, darf die Elektrotherapie in bestimmten Fällen nicht oder nur nach strenger ärztlicher Rücksprache angewendet werden. Zu den wichtigsten Kontraindikationen gehören:

Absolute Kontraindikationen:

  • Elektronische Implantate: Patienten mit Herzschrittmachern, Defibrillatoren oder Hirnschrittmachern dürfen nicht behandelt werden, da die Stromimpulse die Funktion der Geräte stören könnten.

  • Aktive Tumorerkrankungen: Bei bösartigen Tumoren im Anwendungsbereich (z. B. Kehlkopfkrebs) ist die Stimulation kontraindiziert, um das Zellwachstum nicht potenziell zu beeinflussen.

  • Akute Entzündungen: Fieberhafte Infekte oder eitrige Entzündungen im Halsbereich.

  • Epilepsie: Bei unzureichend medikamentös eingestellter Epilepsie sollte auf eine Anwendung im Kopf-Hals-Bereich verzichtet werden.

Relative Kontraindikationen (Rücksprache erforderlich):

  • Schwangerschaft: Eine Anwendung im Halsbereich ist zwar räumlich entfernt vom Uterus, wird aber meist aus Vorsichtsgründen vermieden.

  • Metallimplantate: Bei metallischen Fixierungen im Kiefer- oder Halsbereich muss die Platzierung der Elektroden genau geprüft werden.

  • Hautdefekte: Offene Wunden oder schwere Hautirritationen an den Stellen, an denen die Elektroden aufgeklebt werden.

Wichtig: Vor Beginn jeder VocaSTIM®-Therapie muss eine ausführliche Anamnese durch den behandelnden Logopäden oder den zuständigen Arzt (HNO/Phoniater) erfolgen, um die Sicherheit des Patienten zu gewährleisten.