Altersgerechte Sprachförderung für Ihr Kind Störung der Planung von Sprechbewegungen
Als Sprachentwicklungsstörung bezeichnet man eine nicht altersgemäße Sprachentwicklung eines Kindes. Ursachen hierfür sind meist genetische oder neurologische Faktoren, (z.B. frühkindliche Hirnschädigung), psychische Faktoren oder soziokulturelle Einflüsse (z.B. Mehrsprachigkeit).
phonologische Störung, Bedeutungsunterscheidende Merkmale von Sprachlauten fehlen, d.h. ähnlich klingende Laute werden nicht voneinander unterschieden (z.B. Tanne statt Kanne). Dehalb werden die Laute falsch produziert.
Kinder mit eingeschränktem aktiven Wortschatz nutzen oft unspezifische Begriffe (z. B. „Dings“) und haben Schwierigkeiten, neue Wörter zu erlernen. Die Therapie fördert gezielt den Wortschatzerwerb und die präzise Ausdrucksfähigkeit.
Es liegt eine unvollständige oder fehlerhafte Anwendung bzw. Entwicklung der Grammatik vor. Das Kind hat Schwierigkeiten in der Artikel-, Plural- und/oder Satzbildung.
Reagiert ein Kind auffallend häufig unangemessen auf sprachliche Aufträge, kann dies auf Probleme beim Verstehen von Sprache Wenn ein Kind gesprochene Sprache nur eingeschränkt versteht, wirkt sich dies häufig auf das Lernen, die Kommunikation und den Alltag aus.
Kinder können Geschichten oder Erlebnisse nicht altersgemäß nacherzählen. Inhalte von Geschichten oder Sachtexten können nur schwer erfasst und eigene zusammenhängende Texte nur eingeschränkt gebildet werden können, was sich auf schulisches Lernen und schriftliche Ausdrucksfähigkeit auswirkt
Kinder können Geschichten oder Erlebnisse nicht altersgemäß nacherzählen. Sie haben Probleme, Inhalte strukturiert und zusammenhängend wiederzugeben. Dies kann beispielsweise bei Kindern im autistischen Spektrum auf. Die Therapie trainiert die Erzählfähigkeit und logische Darstellung.
Für eine effiziente Therapie bei Sprachentwicklungsstörungen , Dysgrammatismus und Sprachverständnisstörungen arbeiten wir nach dem patholinguistischen Ansatz (PLAN). Die Sprachwissenschaftlerin J. Siegmüller und die Professorin für klinische Linguistik C. Kauschke entwarfen eine linguistisch fundierte Methode, die es ermöglicht, eine Therapie individuell zusammenzustellen und diese bei Bedarf spielerisch durchzuführen.
Eine Therapiemethode innerhalb der evidenzbasierten Praxis (EbP), die phonologische Auffälligkeiten behandelt, ist P.O.P.T (Psycholinguistisch orientierte Phonologie-Therapie nach Fox-Boyer). Ihre Effektivität wurde mehrfach nachgewiesen. (Bräger, B. (2007).
Eine erfolgreiche und evidenzbasierte Methode zur Wortschatztherapie ist der Wortschatzsammler. Zentral stehen hierbei nicht einzelne Wörter, sondern Strategien zum Wortschatzerwerb.
(Motsch, H-J., Marks, D-K. (2015). Wortschatzsammler Effektivität lexikalischer Strategietherapie bei mehrsprachigen SchülerInnen. Logo.)
Late Talker sind Kinder zwischen dem 1. und 3. Lebensjahr mit einer deutlich verlangsamten Sprachentwicklung, jedoch ohne Erkrankungen wie Hörstörungen usw. Dies betrifft ca. 10-20% der Kinder. Late Talker haben einen unterdurchschnittlich großen Wortschatz, verfügen im Alter von 24 Monaten über 50 aktiv gebrauchte Worte und mit 36 Monaten gebrauchen sie weniger als 100 Worte. Etwa die Hälfte aller Late Talker kann den Rückstand im Spracherwerb bis zu ihrem 3. Lebensjahr aufholen. Die verbleibenden Kinder weisen ein erhöhtes Risiko für Sprachauffälligkeiten auf.
Bei einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) ist die Weiterleitung und Verarbeitung von gehörten Informationen wie z.B. Sprache oder Umgebungsgeräusche im Hörnerv und Gehirn beeinträchtigt.
Das periphere (äußerliche) Hören, d.h. die Wahrnehmung von Geräuschen über die Ohren, ist in diesem Fall nicht betroffen. Die auditive Wahrnehmung ist eine sehr wichtige Vorläuferfähigkeit für den Schriftspracherwerb. Wird diese nicht gefördert, kann eine Lese-Rechtschreibschwäche auftreten.
Bei einer Aphasie können unter anderem Wortfindungsstörungen, Laut- oder Wortverwechslungen, Störungen der Grammatik sowie Sprachverständnisprobleme und des Benennens auftreten. Probleme im Bereich der Schriftsprache sowie Auffälligkeiten in den Bereichen Kommunikation und Pragmatik können ebenfalls beobachtet werden.
Aphasie bei Erwachsenen
Eine Aphasie ist eine erworbene zentrale Sprachstörung, die durch Schädigung des Gehirns, z.B. durch einen Schlaganfall, hervorgerufen wird. Alle Bereiche der Sprache können in unterschiedlichem Ausmaß beeinträchtigt sein.
So haben manche Aphasiker große Probleme beim Benennen von Dingen, ihnen fehlen die Worte. Bei anderen ist die Lautstruktur der Sprache gestört, bei wieder anderen der Satzbau oder die Grammatik. Auch das Sprachverständis ist häufig betroffen. Aufgrund des plötzlichen Auftretens der sprachlichen Defizite gibt es häufig weitreichende Folgen für das soziale und berufliche Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen.
Bei einer Aphasie werden evidenzbasierte und bewährte Methoden wie MODAK (Lutz), Melodische Intonationstherapie, PACE, TUFF, semantische Featureanalyse, phonologische Komponentenanalyse und ICF-basierte Therapie für alltägliche Kommunikation und Teilhabe angewandt. Neben unseren herkömmlichen Therapiemethoden können wir in besonders schwierigen Fällen die Möglichkeit der unterstützenden Kommunikation, also beispielsweise die Kommunikation mittels Gebärden, Pictogrammen oder Sprachcomputern (Talker) nutzen.
Die Sprechapraxie ist eine erworbene neurologisch bedingte Störung der Planung und Koordination von Sprechbewegungen. Betroffene wissen zwar, was sie sagen möchten, können die notwendigen Bewegungen von Lippen, Zunge und Kiefer jedoch nicht korrekt ausführen. In unserer Praxis in Kleve unterstützen wir Sie mit individuellen Therapieansätzen, um die Verständlichkeit und Sprechfreude zurückzugewinnen
Sprechapraxie: Ursachen, Symptome und Therapie bei Störungen der Sprechplanung
Die Symptome einer Sprechapraxie sind vielfältig und zeigen sich vor allem in der gestörten Koordination von Lippen, Zunge und Kiefer. Typische Anzeichen sind Suchbewegungen des Mundes, eine langsame oder stockende Sprechweise, falsche Betonungen oder das Auslassen/Ersetzen von Lauten. Betroffene wissen zwar, was sie sagen möchten, können die notwendigen Bewegungen jedoch nicht präzise ausführen. Dies führt oft zu unverständlicher Aussprache oder einer übermäßigen Anstrengung beim Sprechen. In schweren Fällen kann es sogar zu einer vollständigen Blockade der Sprachproduktion kommen.
Die Ursachen einer Sprechapraxie liegen in der Regel in Schädigungen der für die Sprechplanung zuständigen Hirnareale. Häufige Auslöser sind Schlaganfälle, Hirnblutungen, Tumore oder traumatische Hirnverletzungen. Bei Kindern kann eine Sprechapraxie auch angeboren sein oder durch genetische Faktoren bedingt werden. Im Gegensatz zu anderen Sprachstörungen wie Aphasie ist bei der Sprechapraxie nicht das Sprachverständnis, sondern die motorische Planung und Ausführung von Sprechbewegungen beeinträchtigt.
Die Therapie der Sprechapraxie zielt darauf ab, die Planung und Koordination von Sprechbewegungen gezielt zu trainieren und die Verständlichkeit der Sprache zu steigern. In unserer Praxis setzen wir auf evidenzbasierte Ansätze, die individuell auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt werden. Dazu gehören:
Besonders wichtig ist eine regelmäßige und geduldige Therapie, da die Fortschritte oft schrittweise erfolgen. Durch die Kombination aus motorischem Training, Hörfeedback und praktischen Übungen können Betroffene ihre Sprechfähigkeit nachhaltig verbessern und mehr Sicherheit im Umgang mit der Störung gewinnen.
Sprachtherapie verstehen: Antworten auf Ihre wichtigsten Fragen
Ja, mit gezielter logopädischer Therapie können viele Kinder ihre Sprachdefizite deutlich verbessern oder sogar aufholen. Besonders bei früher Diagnose und individueller Förderung (z. B. nach dem patholinguistischen Ansatz oder mit dem Wortschatzsammler) sind gute Erfolge möglich. Etwa 50 % der Late Talker holen den Rückstand bis zum 3. Lebensjahr auf.
Die vier Hauptformen der Aphasie sind:
Sprachstörungen können durch neurologische Erkrankungen (z. B. Schlaganfall, Hirntumore, Demenz), genetische Faktoren, Hörstörungen, frühkindliche Hirnschädigungen oder psychische/soziokulturelle Einflüsse (z. B. Mehrsprachigkeit ohne ausreichende Förderung) ausgelöst werden.
Von einer Sprachentwicklungsverzögerung spricht man, wenn ein Kind bis zum 2. Lebensjahr weniger als 50 Wörter aktiv nutzt oder mit 3 Jahren weniger als 100 Wörter spricht und keine Zwei-Wort-Sätze bildet – ohne dass eine Hörstörung oder neurologische Erkrankung vorliegt.
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