Wenn die Schallübertragung im äußeren Ohr oder Mittelohr gestört ist (z.B. durch Paukenergüsse). Oft ist der Höreindruck gedämpft, was besonders bei Kindern die Sprachentwicklung verzögern kann.
Bei Schädigungen des Innenohrs oder Hörnervs werden Laute oft verzerrt wahrgenommen. Wir trainieren die korrekte Aussprache und den Aufbau von Wortschatz und Grammatik.
Auditive Verarbeitungsstörung (AVWS) ist, wenn das Gehirn Gehörtes nicht richtig auswerten kann, obwohl die Ohren gesund sind. Wir unterstützen Betroffene dabei, Informationen besser zu filtern und zu verstehen.
Wenn Lautsprache allein nicht ausreicht. Wir nutzen Gebärden, Piktogramme oder moderne Sprachcomputer (Talker), um eine Brücke zur Umwelt zu bauen.
Eine Schalleitungsschwerhörigkeit liegt vor, wenn die Übertragung der Schallwellen im äußeren Gehörgang oder im Mittelohr blockiert oder gedämpft wird. Für die Betroffenen – sehr häufig Kinder – klingt die Umwelt wie „durch Watte“ oder wie unter Wasser. Da ein klares Gehör die Grundvoraussetzung für das Erlernen von Sprache, Grammatik und einer korrekten Aussprache ist, unterstützen wir Sie in unserer Praxis dabei, diese Barrieren zu überwinden und die Sprachentwicklung nachhaltig zu sichern.
Schalleitungsschwerhörigkeit: Ursachen und Anzeichen im Überblick
Die Anzeichen für diese Form der Schwerhörigkeit äußern sich meist darin, dass Betroffene auf leise Ansprache kaum reagieren oder auffällig häufig nachfragen müssen. Besonders bei Kindern bemerkt man oft, dass sie den Fernseher ungewöhnlich laut einstellen oder ihre eigene Stimme als sehr laut empfinden und daher selbst leiser sprechen. Da das Gehörte nur gedämpft ankommt, kann es zu deutlichen Verzögerungen im Spracherwerb kommen, was sich in einer verwaschenen Aussprache oder Schwierigkeiten beim Verstehen von komplexen Sätzen zeigt.
Die Ursachen für eine Schalleitungsschwerhörigkeit sind vielfältig und liegen oft in mechanischen Hindernissen begründet. Bei Kindern sind häufig Paukenergüsse, also Flüssigkeitsansammlungen hinter dem Trommelfell, oder vergrößerte Polypen verantwortlich, welche die Belüftung des Mittelohrs stören. Auch Entzündungen, eine Blockade durch Ohrenschmalz oder Verletzungen des Trommelfells können dazu führen, dass der Schall nicht mehr ungehindert zum Innenohr geleitet wird. In selteneren Fällen können auch knöcherne Veränderungen an der Gehörknöchelchenkette die Ursache für die Hörminderung sein.
Die logopädische Therapie setzt meist dann an, wenn die medizinische Ursache durch den HNO-Arzt geklärt wurde, aber Rückstände in der sprachlichen Entwicklung bestehen bleiben. Unser Ziel ist es, das „verpasste“ Hören und Sprechen gezielt aufzuholen:
Hörtraining & Auditive Stimulation: Wir schulen die Aufmerksamkeit für Klänge und Laute, um das Gehirn wieder auf präzises Hinhören zu programmieren.
Artikulationstherapie: Gezielte Korrektur von Lautfehlbildungen, die entstanden sind, weil Laute während der Schwerhörigkeit nicht klar wahrgenommen werden konnten.
Wortschatz- und Grammatikaufbau: Förderung, um Lücken in der Sprachentwicklung zu schließen, die durch die phasenweise Schwerhörigkeit entstanden sind.
Elternberatung für den Alltag: Wir geben praktische Tipps zur Kommunikation, wie zum Beispiel das Halten von Blickkontakt und eine deutliche Artikulation gegenüber dem betroffenen Kind.
Training der Sprechmelodie: Arbeit an einer lebendigen Betonung, falls die Stimme durch das dumpfe Eigenhören monoton geworden ist.
Im Gegensatz zu mechanischen Hindernissen liegt bei der Schallempfindungsschwerhörigkeit die Ursache meist direkt im Innenohr oder am Hörnerv. Das bedeutet, dass Schallwellen zwar physisch ankommen, aber von den feinen Sinneszellen nicht korrekt in elektrische Signale für das Gehirn umgewandelt werden können. In unserer Praxis unterstützen wir Betroffene dabei, mit dieser veränderten Hörwahrnehmung umzugehen. Unser Ziel ist es, die Kommunikationsfähigkeit trotz akustischer Einschränkungen zu maximieren und die Lebensqualität durch gezielte logopädische Begleitung spürbar zu verbessern.
Ursachen & Symptome bei Schallempfindungsschwerhörigkeit
Die Anzeichen für diese Form der Schwerhörigkeit äußern sich oft nicht nur durch ein „Leiserhören“, sondern durch eine massive qualitative Veränderung des Gehörten. Betroffene berichten häufig, dass Sprache zwar wahrgenommen, aber als verzerrt, lückenhaft oder bruchstückhaft empfunden wird. Besonders bei Kindern zeigt sich dies oft durch eine auffällig monotone Sprechmelodie sowie deutliche Defizite in der Grammatik und im Wortschatzaufbau. Da bestimmte Frequenzen gar nicht mehr wahrgenommen werden, können Konsonanten verwechselt oder ganz weggelassen werden, was die allgemeine Verständlichkeit der Aussprache für Außenstehende stark einschränkt.
Die Ursachen für eine Schallempfindungsschwerhörigkeit liegen tief in der Anatomie des Gehörs begründet und sind meist dauerhafter Natur. Häufig sind Schädigungen der empfindlichen Haarsinneszellen in der Hörschnecke (Cochlea) verantwortlich, die durch genetische Faktoren, virale Infektionen oder bestimmte Medikamente ausgelöst werden können. Auch eine langfristige Lärmbelastung, Sauerstoffmangel bei der Geburt oder altersbedingte Verschleißerscheinungen des Hörnervs spielen eine zentrale Rolle. Da das Gehirn bei dieser Störung keine vollständigen akustischen Informationen erhält, ist eine frühzeitige logopädische Intervention entscheidend, um die sprachliche Entwicklung dennoch sicherzustellen.
Da eine Schallempfindungsschwerhörigkeit häufig eine Versorgung mit Hörgeräten oder Cochlea-Implantaten (CI) erfordert, konzentriert sich unsere Therapie auf den optimalen Umgang mit dieser Technik:
Hörtraining nach technischer Versorgung: Wir begleiten Sie bei der Eingewöhnung an Hörgeräte oder CIs und trainieren das Gehirn, die „neuen“ Klänge wieder richtig zu interpretieren.
Verbesserung der Artikulation: Gezielte Korrektur von Lautfehlbildungen, die durch das fehlende oder lückenhafte akustische Eigenfeedback der Stimme entstehen.
Gezielter Wortschatz- und Grammatikaufbau: Wir schließen sprachliche Lücken, die durch das fehlerhafte Hören im Entwicklungsprozess entstanden sind.
Kommunikationstaktik & Absehtraining: Erlernen von Strategien, um Mimik und Gestik des Gegenübers besser zu nutzen, besonders in akustisch schwierigen Umgebungen.
Klang- und Melodietraining: Arbeit an einer natürlichen Satzmelodie, um eine monotone Sprechweise zu vermeiden und die Ausdruckskraft der Stimme zu steigern.
Bei einer auditiven Verarbeitungsstörung (AVWS) liegt kein Defekt am Ohr selbst vor – das Kind oder der Erwachsene hört rein organisch meist perfekt. Das Problem entsteht auf dem Weg vom Ohr zum Gehirn: Die zentralen Prozesse, die das Gehörte filtern, sortieren und auswerten, sind gestört. In unserer Praxis unterstützen wir Betroffene dabei, diese „Übersetzungsfehler“ im Kopf zu minimieren. Wir trainieren gezielt die Hörverarbeitung, damit gesprochene Informationen nicht mehr im Wirrwarr der Umgebungsgeräusche untergehen, sondern klar verstanden und verarbeitet werden können.
Symptomatik und Hintergründe der zentralen Hörstörung
Die täglichen Herausforderungen bei AVWS zeigen sich oft erst im Kindergarten oder in der Schule, wenn die akustische Umgebung komplexer wird. Typischerweise haben Betroffene enorme Schwierigkeiten, sich auf eine einzelne Stimme zu konzentrieren, sobald Hintergrundgeräusche vorhanden sind. Es fällt ihnen schwer, sich mündliche Anweisungen zu merken oder ähnlich klingende Laute wie „b“ und „p“ voneinander zu unterscheiden. Oft wirken Kinder unkonzentriert, leicht ablenkbar oder reagieren verzögert auf Ansprache, was fälschlicherweise häufig als Desinteresse missverstanden wird, obwohl eigentlich eine Überforderung der Reizverarbeitung vorliegt.
Die Entstehung einer AVWS ist oft auf eine Reifungsverzögerung der Hörbahn im zentralen Nervensystem zurückzuführen. Häufige Mittelohrentzündungen oder Paukenergüsse in der frühen Kindheit können die Entwicklung der Hörverarbeitung negativ beeinflussen, da das Gehirn in sensiblen Phasen keine konstanten und klaren akustischen Signale erhalten hat. Auch genetische Veranlagungen oder neurologische Besonderheiten spielen eine Rolle dabei, wie effizient Nervenzellen Informationen weiterleiten und filtern. Da das Gehirn nicht ausreichend lernt, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, ist ein gezieltes Training notwendig, um die auditive Merkfähigkeit und die Lautunterscheidung zu stärken.
Die Therapie bei AVWS ist sehr individuell und zielt darauf ab, die Leistungsfähigkeit der zentralen Hörfunktionen zu steigern und wirksame Kompensationsstrategien für den Alltag zu entwickeln:
Auditives Funktionstraining: Gezielte Übungen zur Verbesserung der Lautunterscheidung, der auditiven Merkspanne und der Filterfunktion (Nutz-Schall-Trennung).
Schulung der phonologischen Bewusstheit: Vorbereitung auf den Lese-Rechtschreib-Erwerb durch das bewusste Zerlegen von Wörtern in Silben und Laute.
Hörgedächtnistraining: Wir trainieren das Kurzzeitgedächtnis für sprachliche Informationen, damit mehrstufige Anweisungen sicher gespeichert und abgerufen werden können.
Umweltanpassung & Beratung: Unterstützung bei der Optimierung der Lernumgebung, beispielsweise durch die Wahl des richtigen Sitzplatzes in der Schule oder den Einsatz von FM-Anlagen.
Vermittlung von Kompensationsstrategien: Erlernen von Techniken, wie Betroffene durch gezieltes Nachfragen oder visuelle Hilfen Verständnislücken im Alltag selbstständig schließen können.
Wenn die Lautsprache aufgrund einer Hörschädigung oder anderer Beeinträchtigungen nicht ausreicht, um Bedürfnisse und Gedanken mitzuteilen, bietet die Unterstützte Kommunikation (UK) wertvolle Brücken. UK umfasst eine Vielzahl von Methoden, die die Kommunikation ergänzen oder ersetzen können. Unser Ziel ist es, jedem Menschen – unabhängig von seinen lautsprachlichen Fähigkeiten – eine Stimme zu geben. In unserer Praxis entwickeln wir gemeinsam mit Patienten und Angehörigen maßgeschneiderte Konzepte, um Teilhabe und Selbstbestimmung im Alltag wieder möglich zu machen.
Grundlagen und Einsatzbereiche der Unterstützten Kommunikation
Die Unterstützte Kommunikation ist weit mehr als nur ein Ersatz für das Sprechen. Sie nutzt körpereigene Ausdrucksmittel wie Mimik, Gestik und Gebärden ebenso wie externe Hilfsmittel. Dazu gehören einfache Bildkarten und Piktogramme, aber auch hochkomplexe elektronische Hilfsmittel wie Sprachcomputer (Talker), die per Augensteuerung oder Tastendruck bedient werden können. Durch diese Vielfalt an Möglichkeiten lässt sich für fast jede kommunikative Barriere eine individuelle Lösung finden, die es dem Betroffenen erlaubt, aktiv am sozialen Leben teilzunehmen und in den Dialog mit seiner Umwelt zu treten.
Der Bedarf an UK entsteht immer dann, wenn die Lautsprache so stark eingeschränkt ist, dass eine verständliche Kommunikation im Alltag kaum möglich ist. Dies kann bei angeborenen Hörstörungen, schweren Schallempfindungsverlusten oder auch bei neurologischen Erkrankungen der Fall sein. Die Chance liegt hier in der enormen Steigerung der Lebensqualität: Wenn Frustration durch Unverständnis abnimmt, eröffnen sich neue Wege für Bildung, soziale Kontakte und die Äußerung eigener Wünsche. Eine frühzeitige Einbindung von UK-Methoden kann zudem den Druck aus der Kommunikationssituation nehmen und oft sogar die Entwicklung der Restsprache positiv unterstützen.
Unsere therapeutische Begleitung im Bereich UK ist ganzheitlich orientiert und bezieht das gesamte soziale Umfeld (Eltern, Erzieher, Partner) mit ein:
Anbahnung von Kommunikationssignalen: Identifikation und Festigung individueller Signale des Patienten, um erste zuverlässige Ja/Nein-Antworten oder Wünsche zu ermöglichen.
Einführung von Gebärdensystemen: Erlernen von lautsprachbegleitenden Gebärden (LBG), um das Verständnis und die eigene Ausdrucksfähigkeit zu stützen.
Arbeit mit symbolbasierten Systemen: Auswahl und Einführung von Piktogramm-Tafeln oder Kommunikationsordnern (z. B. nach dem PECS-Prinzip).
Anpassung und Training mit Talkern: Individuelle Programmierung von elektronischen Sprachcomputern sowie intensives Training der Bedienung für den täglichen Einsatz.
Umfeldberatung und Coaching: Schulung von Angehörigen und Bezugspersonen im Umgang mit den Hilfsmitteln, damit die Kommunikation auch außerhalb der Praxis reibungslos funktioniert.
Antworten auf Ihre wichtigsten Fragen
Eine auditive Wahrnehmungsstörung zeigt sich vor allem dadurch, dass das Gehörte nicht „richtig ankommt“, obwohl das Organ Ohr gesund ist. Typische Anzeichen sind Schwierigkeiten, ähnliche Laute (wie d/t oder g/k) zu unterscheiden oder sich mündliche Anweisungen über einen längeren Zeitraum zu merken. Betroffene wirken oft so, als würden sie nicht zuhören oder seien in ihrer eigenen Welt, weil ihr Gehirn die Flut an akustischen Reizen nicht schnell genug verarbeiten kann.
Bei einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) liegt eine Störung der Informationsweiterleitung und -auswertung im Gehirn vor. Während das Ohr den Schall perfekt aufnimmt, hat die Hörbahn oder das Hörzentrum im Gehirn Probleme damit, diese Signale zu ordnen. Man kann es sich wie ein Funkgerät vorstellen, das zwar Signale empfängt, sie aber nur mit starkem Rauschen oder verzerrt wiedergibt. Das Gehirn kann Wichtiges (z. B. die Stimme der Lehrerin) nicht effizient von Unwichtigem (z. B. dem Rascheln eines Blattes) trennen.
Kinder mit AVWS wirken im Alltag oft leicht ablenkbar und sind in unruhigen Umgebungen – wie in der Schule oder im Kindergarten – schnell erschöpft oder überfordert. Da das Filtern von Geräuschen enorme Energie kostet, ziehen sie sich entweder zurück oder reagieren mit Unruhe. Typisch ist auch, dass sie auf direkte Ansprache verzögert reagieren oder häufig „Hä?“ oder „Was hast du gesagt?“ fragen, da ihr Gehirn mehr Zeit benötigt, um die Bedeutung der Wörter zu entschlüsseln.
Nein, AVWS und ADHS sind zwei unterschiedliche Diagnosen, auch wenn die Symptome (Unkonzentriertheit, leichte Ablenkbarkeit) sich auf den ersten Blick sehr ähneln. Während ADHS eine generelle Störung der Aufmerksamkeit und Impulskontrolle ist, liegt die Ursache bei AVWS spezifisch im Hörsystem. Ein Kind mit AVWS ist nur deshalb unkonzentriert, weil es akustisch überfordert ist. In einer ruhigen Umgebung kann ein Kind mit AVWS oft sehr fokussiert arbeiten, während ein Kind mit ADHS dort weiterhin Schwierigkeiten mit der Aufmerksamkeit hat. Eine genaue diagnostische Abgrenzung ist daher für die richtige Therapie entscheidend.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von hCaptcha. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von TrustIndex. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen