Sprechstörung

Sprechstörungen im Überblick

Dyslalie

Artikulationsstörung bei Kindern


Redeflussstörung

Stottern, Poltern



Dysarthrie/Dysar­throphonie

Sprechen nach neurologischen Erkrankungen

Audiogene Sprechstörungen

Sprechstörung durch Hörverlust bedingt

Wenn Kinder Laute nicht richtig bilden können

Artikulationsstörung - Dyslalie

Dyslalie – auch Artikulationsstörung genannt – beschreibt die eingeschränkte Fähigkeit von Kindern, Sprechlaute korrekt zu bilden oder anzuwenden. Betroffene Kinder ersetzen, lassen Laute aus oder verändern sie, was die Verständlichkeit stark beeinträchtigen kann. In unserer Praxis in Kleve unterstützen wir Kinder mit individuellen Therapiekonzepten, um die Aussprache zu verbessern und die Freude am Sprechen zu fördern

Dyslalie bei Kindern: Ursachen & Symptome

Wer ist von Dyslalie betroffen?

Dyslalie betrifft vor allem Kinder im Vorschul- und Grundschulalter, bei denen die Lautbildung oder -verwendung gestört ist. Typische Symptome sind: Laute werden ersetzt (z. B. „Totolade“ statt „Schokolade“), Laute werden ausgelassen (z. B. „Bau“ statt „Baum“), Laute werden falsch gebildet (z. B. Lispeln beim „S“), Unverständliche Aussprache, die zu Kommunikationsschwierigkeiten führt. Häufig fällt die Störung im Rahmen der U-Untersuchungen oder durch Vergleich mit Gleichaltrigen auf. Dyslalie kann isoliert auftreten oder Teil einer umfassenderen Sprachentwicklungsverzögerung sein

Warum können Kinder Laute nicht korrekt bilden?

Die Ursachen für Dyslalie sind vielfältig und reichen von physiologischen bis zu psychologischen Faktoren. Häufige Auslöser sind: Hörprobleme oder Hörverarbeitungsstörungen (z. B. durch häufige Mittelohrentzündungen), Motorische Schwierigkeiten im Mundbereich (z. B. Schwäche der Zungen- oder Lippenmuskulatur), Fehlbildungen oder Fehlstellungen im Kiefer-, Zahn- oder Gaumenbereich, Verzögerte Sprachentwicklung oder genetische Veranlagung. Wichtig ist, dass Dyslalie nicht mit Stottern oder anderen Sprachstörungen verwechselt wird – hier ist allein die korrekte Bildung oder Verwendung von Lauten betroffen.

Therapiemethoden bei Dyslalie

Die Therapie von Dyslalie richtet sich nach Alter, Art und Schwere der Störung. In unserer Praxis setzen wir auf folgende, kindgerechte Methoden:

  • Mundmotorik-Übungen (z. B. Zungen- und Lippenbewegungen),
  • Auditive Wahrnehmungsschulung (z. B. Unterscheiden ähnlicher Laute wie „K“ und „T“),
  • Minimalpaartraining (z. B. „Schiff“ vs. „Siff“),
  • Modellieren und Nachahmen der korrekten Aussprache,
  • Visuelle Hilfsmittel (z. B. Spiegel, Lautgesten, Bilder).
    Ziel ist es, die Artikulationsfähigkeit, Verständlichkeit und kommunikative Kompetenz des Kindes zu stärken. Besonders wichtig ist eine frühzeitige Therapie, um soziale Beeinträchtigungen zu vermeiden

Wenn das Sprechen stockt oder überhastet ist

Redeflussstörung: Stottern, Poltern​

Stottern und Poltern sind Redeflussstörungen, die den natürlichen Sprechrhythmus beeinträchtigen. Während Stottern durch Wiederholungen, Dehnungen oder Blockaden gekennzeichnet ist, zeigt sich Poltern durch ein überhastetes, unrhythmisches Sprechen. In unserer Praxis in Kleve helfen wir Betroffenen jeden Alters, durch gezielte Therapie mehr Sicherheit und Flüssigkeit im Sprechen zu gewinnen

Stottern und Poltern: Ursachen und Symptome der Redeflussstörung

Wer ist von Redeflussstörungen betroffen?

Redeflussstörungen wie Stottern oder Poltern können Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen betreffen. Typische Symptome sind: Stottern: Wiederholungen von Lauten/Silben („Ka-Ka-Katze“), Dehnungen („Mmmmmilch“) oder Blockaden (plötzliche Sprechpausen), Poltern: Überhastetes, unrhythmisches Sprechen mit Auslassungen oder Verschmelzungen von Lauten/Silben („IchwillnachHaus“). Stottern beginnt oft im Kindesalter (2–6 Jahre), während Poltern häufig erst im Schulalter oder Erwachsenenalter auffällt. Beide Störungen können zu sozialer Unsicherheit oder Rückzug führen

Ursachen von Redeflussstörungen: Warum stockt oder rast das Sprechen

Die Ursachen für Stottern und Poltern sind multifaktoriell und oft eine Kombination aus: Genetischer Veranlagung (familiäre Häufung), Neurologischen Faktoren (z. B. gestörte Koordination der Sprechmuskulatur), Psychosozialen Einflüssen (z. B. Stress, Leistungsdruck, traumatische Erlebnisse), Entwicklungsbedingten Faktoren (z. B. schnelle Sprachentwicklung bei Kindern). Wichtig: Redeflussstörungen sind keine Intelligenz- oder Persönlichkeitsstörung, sondern eine Kommunikationsstörung, die durch Therapie gut behandelbar ist

Therapiemethoden bei Redeflussstörungen

Die Therapie von Redeflussstörungen wie Stottern oder Poltern ist individuell und richtet sich nach Alter, Schweregrad und persönlichen Bedürfnissen. In unserer Praxis setzen wir auf folgende, evidenzbasierte Methoden:

  • Fluency Shaping: Systematisches Training eines weichen, gedehnten Sprechbeginns und einer rhythmischen Sprechweise, um Blockaden zu reduzieren und die Sprechflüssigkeit zu steigern.
  • Modifikationsansätze: Betroffene lernen, Stottermomenten bewusst zu begegnen (z. B. durch Entspannungstechniken oder gezielte Pausen), um die Angst vor dem Sprechen zu verringern.
  • Atem- und Stimmübungen: Schulung der Bauchatmung und Stimmführung, um eine entspannte, tragfähige Stimme zu fördern und den Sprechdruck zu senken.
  • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Bearbeitung von psychosozialen Belastungen (z. B. Scham, Vermeidungsverhalten) und Aufbau von Selbstvertrauen im Sprechen.
  • Eltern- und Umfeldberatung: Bei Kindern werden Eltern und Bezugspersonen einbezogen, um einen unterstützenden, entspannten Kommunikationsrahmen zu schaffen.
  • Technische Hilfsmittel: Einsatz von verzögerter auditiver Rückkopplung (DAF) oder Sprach-Apps, um das Sprechtempo zu regulieren und die Selbstwahrnehmung zu schulen

Besonders wichtig ist eine langfristige Begleitung, da Fortschritte oft schrittweise erfolgen. Durch die Kombination aus Sprechtechniken, psychologischer Unterstützung und Alltagstraining können Betroffene ihre Sprechflüssigkeit und Lebensqualität nachhaltig verbessern.

Störung des Sprechens nach neurologischen Erkrankungen und Schlaganfällen

Dysarthrie/
Dysar­throphonie

Dysarthrie und Dysarthrophonie sind neurologisch bedingte Sprechstörungen, die nach Schlaganfällen, Parkinson, Multipler Sklerose oder anderen Erkrankungen des Nervensystems auftreten. Betroffene haben oft Schwierigkeiten mit der Verständlichkeit, Lautstärke oder Koordination von Sprechbewegungen. In unserer Praxis in Kleve bieten wir individuelle Therapiepläne, um die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern und die Lebensqualität zu steigern

Ursachen & Symptome bei neurologisch bedingten Sprechstörungen

Wer ist von Dysarthrie/Dysarthrophonie betroffen?

Dysarthrie und Dysarthrophonie betreffen vor allem Erwachsene nach Schlaganfällen, Hirnblutungen, Parkinson oder Multipler Sklerose. Auch Kinder mit frühkindlichen Hirnschädigungen (z. B. Zerebralparesen) oder genetischen Syndromen können betroffen sein. Die Störung tritt auf, wenn das zentrale oder periphere Nervensystem geschädigt ist, und führt zu Einschränkungen in der Koordination von Atmung, Stimme und Artikulation. Während Erwachsene oft plötzlich unter der Störung leiden, zeigen Kinder häufig bereits im Vorschulalter erste Anzeichen, die eine frühzeitige Therapie erfordern

Anzeichen für eine neurologische Sprechstörung

Die Symptome einer Dysarthrie/Dysarthrophonie sind vielfältig und hängen von der Art und Schwere der Nervenschädigung ab. Typische Anzeichen sind: Undeutliche, verwaschene Aussprache (z. B. Laute werden verschluckt oder ersetzt), Veränderte Stimmqualität (heiser, leise, monoton oder gepresst), Eingeschränkte Beweglichkeit von Lippen, Zunge oder Gaumensegel, Störungen der Atemkontrolle (z. B. schnelle Erschöpfung beim Sprechen), Verlangsamter oder beschleunigter Sprechrhythmus, Schluckstörungen (z. B. unkontrollierter Speichelfluss, Husten beim Essen) In schweren Fällen kann die Verständlichkeit so stark beeinträchtigt sein, dass Betroffene nur noch schwer verständlich sind oder gar nicht mehr sprechen können (Anarthrie).

Therapiemethoden bei Dysarthrie/Dysarthrophonie

Die Therapie von Dysarthrie/Dysarthrophonie ist individuell und richtet sich nach den spezifischen Symptomen und Bedürfnissen der Betroffenen. In unserer Praxis setzen wir auf folgende, evidenzbasierte Methoden:

  • Atem- und Stimmübungen, um die Lautstärke, Stimmqualität und Atemkontrolle zu verbessern,
  • Artikulationstraining, um die Beweglichkeit von Lippen, Zunge und Gaumensegel zu fördern,
  • Rhythmische und melodische Übungen (z. B. nach der LSVT-Methode bei Parkinson), um die Sprechflüssigkeit und Prosodie zu trainieren,
  • Wahrnehmungstraining (z. B. mit Tonaufnahmen), um Betroffenen ihr eigenes Sprechen bewusst zu machen,
  • Unterstützte Kommunikation (z. B. Gebärden, Talker), wenn die verbale Verständigung stark eingeschränkt ist

Wenn Hörverlust die Aussprache beeinträchtigt

Audiogene Sprechstörungen

Audiogene Sprechstörungen sind Artikulationsstörungen, die durch einen hochgradigen Hörverlust oder Taubheit entstehen. Betroffene – sowohl Kinder als auch Erwachsene – haben Schwierigkeiten, Laute korrekt zu bilden oder zu unterscheiden, was die Verständlichkeit stark beeinträchtigt. In unserer Praxis in Kleve unterstützen wir Sie mit individuellen Therapieansätzen, um die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern und die Lebensqualität zu steigern

Audiogene Sprechstörungen: Ursachen und Symptome bei Hörverlust

Wer ist von audiogenen Sprechstörungen betroffen?

Audiogene Sprechstörungen betreffen Kinder und Erwachsene mit hochgradiger Schwerhörigkeit oder Taubheit, insbesondere wenn der Hörverlust prälingual (vor dem Spracherwerb) auftritt oder langfristig besteht. Typische Symptome sind: Undeutliche Aussprache, vor allem bei Zischlauten (z. B. „S“, „Sch“, „F“), Laute werden ersetzt oder ausgelassen, da sie akustisch nicht ausreichend wahrgenommen werden, Unangemessene Lautstärke der Stimme (zu leise oder zu laut), Schlechte Verständlichkeit bis hin zu unverständlicher Sprache, da die Rückkopplung über das Gehör fehlt. Besonders häufig sind Kinder mit angeborener Schwerhörigkeit oder Erwachsene nach Hörsturz/CI-Versorgung betroffen. Die Störung kann isoliert oder in Kombination mit anderen Sprachentwicklungsverzögerungen auftreten

Warum führt Hörverlust zu Artikulationsproblemen?

Audiogene Sprechstörungen entstehen durch fehlende oder eingeschränkte akustische Rückkopplung beim Sprechen. Häufige Ursachen sind: Hochgradige Schwerhörigkeit oder Taubheit (angeboren oder erworben), Unbehandelte Mittelohrerkrankungen (z. B. chronische Paukenergüsse), Fehlende oder unzureichende Hörgeräte-/CI-Versorgung, Zentrale auditive Verarbeitungsstörungen, bei denen das Gehirn Hörreize nicht korrekt verarbeitet. Da Betroffene ihre eigene Stimme und die Laute der Umwelt nicht oder nur verzerrt hören, können sie Lautmuster nicht korrekt erlernen oder nachahmen. Dies führt zu charakteristischen Aussprachefehlern, die ohne Therapie oft persistieren

Therapiemethoden bei audiogenen Sprechstörungen

Die Therapie audiogener Sprechstörungen zielt darauf ab, die Artikulationsfähigkeit und Verständlichkeit trotz Hörverlust zu verbessern. In unserer Praxis setzen wir auf folgende, individuelle und multimodale Ansätze:

  • Visuelle Unterstützung: Einsatz von Mundbildern, Lippenabsehen (Lippenlesen), Lautsymbolen oder lautsprachbegleitenden Gebärden (LBG), um die Wahrnehmung und Kontrolle der Artikulationsbewegungen zu schulen. Dies hilft Betroffenen, Laute trotz fehlender akustischer Rückmeldung korrekt zu bilden
  • Intensives Lautmuster-Training: Häufige Wiederholung und Übung der betroffenen Laute (z. B. Zischlaute wie „S“, „Sch“), um die motorische Musterbildung zu festigen. Besonders wichtig ist hier die kinästhetische Wahrnehmung (Spürbarmachung der Mundbewegungen)
  • Hör-Sprech-Kopplung: Bei CI- oder Hörgeräteträgern wird die auditive Rückmeldung gezielt genutzt, um die Selbstwahrnehmung der Aussprache zu schulen. Übungen zur Lautunterscheidung (z. B. „S“ vs. „Sch“) fördern die präzise Artikulation
  • Atem- und Stimmregulation: Training der Atemkontrolle und Stimmführung, um eine angemessene Lautstärke und Sprechmelodie zu erreichen. Viele Betroffene sprechen zu leise oder mit unnatürlicher Betonung, was die Verständlichkeit zusätzlich beeinträchtigt
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Enge Abstimmung mit HNO-Ärzten, Pädaudiologen und Hörgeräteakustikern, um die technische Versorgung (z. B. CI-Einstellung) optimal auf die Therapie abzustimmen. Bei Kindern wird zudem die Elternberatung einbezogen, um die Therapieinhalte im Alltag zu festigen
  • Technische Hilfsmittel: Einsatz von Sprach-Apps oder Computerprogrammen (z. B. zur visuellen Darstellung von Lautmustern), um das Training zu Hause zu unterstützen und Fortschritte zu dokumentieren

Besonderheit: Da audiogene Sprechstörungen oft langfristig bestehen, ist eine kontinuierliche, geduldige Therapie entscheidend. Durch die Kombination aus visuellen, taktilen und auditiven Reizen können Betroffene ihre Sprechfähigkeit und kommunikative Kompetenz deutlich verbessern – auch bei anhaltendem Hörverlust.

Häufig gestellte Fragen

Sprachtherapie verstehen: Antworten auf Ihre wichtigsten Fragen

Sprechstörungen und Sprachstörungen werden oft verwechselt, betreffen jedoch unterschiedliche Ebenen der Kommunikation:

  • Sprechstörungen (z. B. Dysarthrie, Dyslalie, Stottern) beziehen sich auf die motorische Umsetzung des Sprechens. Hier ist die Artikulation, Sprechflüssigkeit oder Stimmbildung gestört, während das Sprachverständnis und die Grammatik intakt bleiben.
  • Sprachstörungen (z. B. Aphasie, Sprachentwicklungsstörung) betreffen dagegen die Sprachverarbeitung im Gehirn, also das Verständnis, die Wortfindung, Grammatik oder den Satzbau. Betroffene haben oft Schwierigkeiten, Wörter zu finden, Sätze zu bilden oder Sprache zu verstehen – unabhängig von der motorischen Ausführung.
    Beispiel: Bei einer Sprechstörung (z. B. Dyslalie) kann ein Kind „Schiff“ nicht deutlich aussprechen, versteht das Wort aber. Bei einer Sprachstörung (z. B. Aphasie) weiß der Betroffene möglicherweise nicht mehr, was ein „Schiff“ ist oder wie man es benennt

Sprechstörungen zeigen sich durch auffällige Abweichungen in der Aussprache, Sprechflüssigkeit oder Stimmqualität. Typische Anzeichen sind:

  • Undeutliche Artikulation (z. B. Laute werden ersetzt: „Totolade“ statt „Schokolade“ bei Dyslalie),
  • Stockendes oder überhastetes Sprechen (Stottern: „K-K-Katze“; Poltern: verschluckte Silben),
  • Veränderte Stimme (heiser, zu leise oder monoton bei Dysarthrie),
  • Eingeschränkte Beweglichkeit der Sprechorgane (z. B. bei neurologischen Erkrankungen),
  • Atemprobleme während des Sprechens (z. B. kurze, abgehackte Sätze).
    Sprechstörungen können isoliert oder in Kombination mit anderen Symptomen (z. B. Schluckstörungen) auftreten und führen oft zu sozialen Unsicherheiten oder Missverständnissen

Dyslalie zählt zu den Sprechstörungen – genauer gesagt zu den Artikulationsstörungen. Betroffene (meist Kinder) können bestimmte Laute nicht korrekt bilden oder anwenden, obwohl sie die Sprache an sich verstehen und grammatikalisch korrekt sprechen.

  • Typisch für Dyslalie: Laute werden ersetzt („Tanne“ statt „Kanne“), ausgelassen („Bau“ statt „Baum“) oder verzerrt (Lispeln).
  • Keine Sprachstörung: Im Gegensatz zu einer Sprachentwicklungsstörung ist bei Dyslalie nicht das Sprachverständnis oder der Wortschatz beeinträchtigt, sondern allein die motorische Umsetzung der Laute.
    Häufige Ursachen sind Hörprobleme, motorische Schwächen der Sprechmuskulatur oder Fehlstellungen im Kieferbereich

Aphasie und Dysarthrie sind beide neurologisch bedingte Kommunikationsstörungen, betreffen jedoch grundverschiedene Ebenen:

Aphasie ist eine Sprachstörung, die durch Schädigungen der sprachverarbeitenden Hirnareale (meist nach einem Schlaganfall) entsteht. Betroffene haben Schwierigkeiten mit dem Sprachverständnis, der Wortfindung oder der Grammatik. Typische Symptome sind:

  • Wortfindungsstörungen („Ich meine… äh… das Ding zum Schreiben!“),
  • Fehlerhafte Satzbildung („Ich gehe gestern Park.“),
  • Probleme beim Lesen oder Schreiben.
    Die Sprechmotorik selbst ist dabei nicht gestört – die Person weiß oft, was sie sagen möchte, kann es aber sprachlich nicht umsetzen.

Dysarthrie hingegen ist eine Sprechstörung, die durch eine Schädigung der Nerven oder Muskeln entsteht, die für die Sprechbewegungen zuständig sind (z. B. bei Parkinson, MS oder nach einem Schlaganfall). Hier ist die Artikulation, Stimme oder Atmung beeinträchtigt, während das Sprachverständnis und die Wortwahl intakt bleiben. Typische Anzeichen sind:

  • Undeutliche, verwaschene Aussprache („Lippen und Zunge gehorchen nicht“),
  • Monotone oder zu leise Stimme,
  • Verlangsamtes oder abgehacktes Sprechen.
    Betroffene wissen genau, was sie sagen wollen, können es aber motorisch nicht umsetzen.