Leistungsspektrum Lerntherapie – LRS und Dyskalkulie

Wir bieten qualifizierte Diagnostik und Therapie bei Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) und Dyskalkulie an.
Der Fokus der Therapie liegt auf der individuellen Förderung der Lese-Rechtschreib- oder Rechenleistungen mit anderen Konzepten und Methoden als diese, die von Schulen und Nachhilfelehrern genutzt werden.
Die Therapie bzw. das Training findet in der Regel ein Mal in der Woche als Einzelstunde statt.

Haben Kinder Schwierigkeiten beim Lesen oder Schreiben lernen oder ziehen sich die Probleme schon seit einer Weile durch die Schullaufbahn, kann eine Legasthenie oder Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) der Grund sein.


In den ersten Grundschuljahren treten schlechte Schulleistungen möglicherweise nur im Deutschunterricht auf, während andere Fächer im Normalbereich liegen. Dieses Bild kann sich natürlich bei nicht therapierter oder spät erkannter LRS ändern, da auch für die anderen Fächer die Fähigkeit zum Lesen und Schreiben eine immer größere Rolle spielt.

Lässt sich eine Lese-Rechtschreibschwierigkeit durch mangelhafte Beschulung, durch eine psychische oder neurologische Erkrankung oder durch eine Sinnesbehinderung (z.B. Schwerhörigkeit oder Sehbehinderung) erklären, liegt eine oft vorübergehende Lese-Rechtschreibschwäche vor. Werden dagegen die aufgeführten Ursachen ausgeschlossen und liegt eine hinreichende allgemeine Intelligenzentwicklung vor, so ist die Diagnose einer Lese-Rechtschreibstörung zu stellen.

Die Legasthenie wird von der WHO als international anerkannte „Entwicklungsstörung des Lesens und Schreibens“ definiert. In Deutschland sind 6-10% der Gesamtbevölkerung von einer LRS betroffen. Sie tritt in bereits betroffenen Familien gehäuft auf, wobei sich das Risiko der Legasthenie für ein Kind erhöht, wenn beide Eltern Legastheniker sind.

Die Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten treten ebenfalls in den Fremdsprachen auf. Schwierigkeiten beim Lesen und vor allem die Verlangsamung können eine eingeschränkte Wissensaufnahme in den übrigen Lernfächern verursachen, weil z.B. im vorgegebenen Zeitrahmen das Wissen nicht aufgenommen bzw. niedergeschrieben werden kann.
Legasthenie kann somit schnell dazu führen, dass die gesamte schulische Leistung erheblich beeinträchtigt wird.

 

Schon vor Eintritt in die Schule entwickeln Kinder ein Wissen über Zahlen und Mengen. In den ersten Schuljahren erweitern Kinder diese Kenntnisse durchs Erlernen der Grundrechenarten und mathematischer Logik. Alle Lernschritte bauen aufeinander auf.
Haben Kinder eine Dyskalkulie, fehlt ihnen das erforderliche Mengenverständnis, um die Grundrechenarten erlernen zu können. Zahlen sind für sie Symbole, keine Mengenangabe, was sie daran hindert, die einzelnen Lernschritte der Mathematik zu verinnerlichen.
Sind mögliche Ursachen wie mangelnde Beschulung, psychische und neurologische Erkrankungen oder eine Sinnesbehinderung ausgeschlossen, so kann die Diagnose Dyskalkulie gestellt werden.


Früherkennung

  • Dinge können nicht nach ihrer Größe oder der Menge aufgereiht oder verglichen werden
  • Falsche Zählstrategien
  • gesprochene Ziffern stimmen nicht mit der Menge überein, d. h. ein Ding wird öfters gezählt oder ausgelassen
  • Probleme beim „normalen“ Zählen
  • Probleme in der räumlichen Orientierung (links, rechts, oben, unten, davor, dahinter)


Mögliche Auffälligkeiten in der Schule

Die Kinder

  • verstehen Konzepte einer bestimmten Rechenoperation nicht
  • nehmen bei Addition und Subtraktion auch noch nach mehreren Jahren die Finger zur Hilfe
  • können sich vom anschaulischen Rechnen mit Material nicht lösen
  • haben Probleme mit dem Rechnen bereits im Zehnerraum, erfassen den 20er- und 100er- Raum gar nicht
  • verstehen das Prinzip der Multiplikation und Division nur unzureichend oder gar nicht
  • haben kein Verständnis für Zeit, Länge, Maße und Gewichte
  • können aus einer Sachaufgabe keine Rechenoperation erstellen
  • erkennen häufig numerische Symbole nicht wieder


Wer kann eine Dyskalkulie feststellen?

  • Kinder- und Jugendpsychiater
  • Diplom-Psychologen in Erziehungsberatungsstellen oder Beratungsstellen für Kinder, Eltern, Jugendliche und Erwachsene
  • Fort- und weitergebildete Berufsgruppen, die erforderliche Qualifikationen nachweisen können


Therapie

Bei einer diagnostizierten Rechenstörung kann eine möglichst frühzeitige individuelle Lernförderung den Verlauf positiv beeinflussen. Im gezielten Training, kombiniert mit therapeutischer Arbeit, werden individuell passende Lernstrategien entwickelt und die seelische Stabilität gefördert.
Ausschlaggebend für die konkrete Vorgehensweise sind der individuelle Lernstand und die erreichte mathematische Kompetenz sowie die Bedürfnisse, Schwierigkeiten und Stärken des Kindes.

Die individuelle Förderung findet in Einzelsitzungen statt und beruht sich auf Lehr- und Lernmethoden auf Grundlage der therapeutischen Diagnostik, die die individuellen Stärken und Schwächen des Kindes in den Mittelpunkt rücken:

  • Gezieltes, individuelles Rechentraining, das sich vor allem bei fehlenden Basiskompetenzen auf ein entsprechendes Grundlagentraining konzentriert
  • Berücksichtigung des individuellen Lernstandes, deutlicher Schwerpunkt auf dem Übergang von erreichten und nicht mehr erreichten Lernschritten
  • Förderung des mathematischen Verständnisses, stärkenorientierte Lernstrategien und Arbeitstechniken
  • Psychotherapeutische Arbeit im Hinblick auf die besonderen Schwierigkeiten des Kindes
  • Abbau der Matheangst und emotionale Entlastung
  • Stärkung der Motivation


Ziel der Therapie

Ziel jeder Dyskalkulietherapie ist der nachträgliche Erwerb des Mengen- und Zahlenverständnisses und, darauf aufbauend, der sichere Umgang mit den Grundrechenarten und den Anwendungen der Mathematik in Alltag, Schule und Beruf. Bei entsprechender Förderung kann der Mensch mit Rechenschwäche in jedem Alter dieses Ziel erreichen. Damit schulische Ziele rechtzeitig erreicht werden und die seelischen Folgen einer Rechenschwäche geringfügig bleiben, sollte eine Dyskalkulietherapie jedoch möglichst früh begonnen werden.


Wie wird eine Rechenschwäche behandelt?

In jeder Dyskalkulietherapie werden die individuellen mathematischen Fehler des Kindes als Ausgangspunkt genommen, um das mathematische Verständnis aufzubauen. Rechenschwache Kinder behelfen sich mit vielen Kompensationsstrategien, die sie daran hindern, das Gelernte wirklich zu begreifen. Beispielsweise kann ein Kind den Umgang mit zwei- und mehrstelligen Zahlen nicht verstehen, wenn es sich im Bereich der einstelligen Zahlen noch zählend bewegt. Der Zahlenraum bis Zehn ist für das Verständnis aller anderen mathematischen Themen unverzichtbare Voraussetzung, daher setzt hier die Dyskalkulietherapie einen ersten Schwerpunkt.

Auch die Zusammenarbeit mit der Schule ist Bestandteil der Dyskalkulietherapie. Da rechenschwache Schüler dem Mathematikunterricht meist nicht mehr folgen können, profitieren sie von individuellen Unterrichtsinhalten, die mit der Lerntherapie abgestimmt sind. Entsprechend werden die zuständigen Lehrer von uns beraten.

Der Schwerpunkt liegt zu Beginn der Therapie nicht ausschließlich auf dem Symptombereich, weil es wichtig ist, auch an Bereichen wie z.B. der optischen Differenzierung oder der Raumwahrnehmung zu arbeiten. Dabei stellen wir uns aber grundsätzlich auf das jeweilige Kind und die jeweilige Situation ein.
Wenn die Aufmerksamkeit beim Lernen schnell nachlässt oder das Kind nicht bei der Sache ist, bieten wir eine kurze Aufmerksamkeitsübung an (z.B. autogenes Training o.ä.).
Da viele Kinder in den Basissinnen Defizite haben, beziehen wir Übungen zu taktilen, vestibulären und propriozeptiven Bereichen mit ein.
Kinder mit Dyskalkulie haben oft differente Wahrnehmungen. Fürs Schreiben, Lesen oder Rechnen brauchen Kinder eine funktionierende Wahrnehmung. Daher bieten wir je nach Bedarf auch visuelle und auditive Übungen an.

Kontaktieren Sie uns gerne um weitere Informationen zu erhalten oder um einen Termin zu einem Beratungsgespräch oder einer Diagnostik bzw. einer Therapie zu vereinbaren.

Quellen:
www.dbs-ev.de
www.lrs-therapie.de
www.bvl-legasthenie.de